Ein Sieg für die Ponys
Sunday, 9. September 2007

Tierschützer sind glücklich und zufrieden!
107 Ponys sind in Bayern gut untergebracht
Spendenaufruf (BLZ 760 200 70, Kto-Nr. 52 07 630, Stichwort „Ponyrettung“)

  • Strikte Quarantäne-Anordnung für den Hof im Landkreis Garmisch
  • Tiere bleiben im Stall und können nicht besichtigt werden
  • Mindestens vier Wochen zur Erholung

„Ein bedrückendes Tierdrama hat ein gutes Ende genommen. 99 der 107 in der Nähe von Nürnberg sichergestellten Ponys sind in der Obhut desTierschutzbundes in einem großen Pferdestall im Landkreis Garmisch-Partenkirchen untergebracht, wo sie jetzt die notwendige Ruhe und die medizinische und pflegerische Versorgung bekommen, die sie nachTagen des unzumutbaren Transports und des problembehafteten Aufenthaltsin Freien dringend brauchen. Wir werden als Deutscher Tierschutzbund und dessen Landesverband Bayern gut für die Tiere sorgen und frühestens in zwei bis drei Monaten dann geeignete Plätze in Bayern suchen“, freuen sich der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Wolfgang Apel, und der Präsident des Landesverbandes Bayern, Berthold Merkel.

„Allerdings – besuchen oder besichtigen kann man die Tiere mindestens vier Wochen nicht“, betont Berthold Merkel und verweist auf eine entsprechende Quarantäne-Anordnung des Landratsamtes Garmisch-Partenkirchen: „Die Stallungen dürfen nur von Amtsveterinären, Tierärzten und beauftragtem Pflegepersonal betreten werden. Viele der Tiere sind erschöpft und krank, haben Husten, Schnupfen und Augenentzündungen, sind geschwächt und entkräftet. Sie werden in dieser Zeit sicher auch den Stall nicht verlassen können. Wir bitten um Verständnis. Der Rummel um die Tiere auf der Weide bei Roth hat den Ponys nicht gut getan. Deshalb brauchen sie jetzt einfach nur Pflege und Ruhe.“

Innerhalb von 24 Stunden hatte der Tierschutzbund in Zusammenarbeit mit den Tierschutzvereinen in Feucht und Roth zunächst vier Unterbringungsmöglichkeiten in kleineren Einheiten gefunden, bis schließlich Vizepräsidentin Tessy Lödermann die jetzige Unterbringungsmöglichkeit entdeckte. Es handelt sich um eine ehemaligeAußenstelle des staatlichen Pferdegutes Schwaiganger in der GemeindeSaulgrub (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) im Ortsteil Acheleschwaig. Das Gut hatte Tassilo Fischer übernommen und dort eine liebevollrestaurierte Gastwirtschaft eröffnet. Besitzer Tassilo Fischer warsofort bereit, den 500 Quadratmeter großen Pferdestall zur Verfügung zustellen. Tessy Lödermann: „Damit haben wir jetzt eine optimale Bleibe für die Ponys für die nächste Zeit gefunden.“

Von Donnerstag ab organisierte Tessy Lödermann, zugleich Vorsitzende desTierschutzvereins Garmisch-Parteikirchen, mit kräftiger Unterstützungvon Nicole Brühl (Mitglied des Präsidiums; Vorsitzende desTierschutzvereins Starnberg) viele freiwillige Helfer, die es schafften, innerhalb von 24 Stunden bis zum Ankommen der Pferde am Freitag (7. Oktober) um 13.00 Uhr den leerstehenden Pferdestall umzubauen und für die Ponys „bewohnbar“ zu machen, so dass die Tiere sofort nach dem Entladen auf frischem Sägespänen im geschützten Raum endlich zur Ruhekamen.

99 Ponys sind nun gut untergebracht und werden gesund gepflegt. Weitere acht Tiere sind noch in Mittelfranken, wo sie in stationärertierärztlichen Behandlung sind; sie sollen zu ihren Kolleginnen und Kollegen nachkommen, wenn sie transportfähig sind. Präsident Berthold Merkel: „Dieser Transport war in hohem Maße von krimineller Energie geprägt: 20 Stunden Fahrt ohne Pause und Tränkung auf einem völlig
überladenen Transporter. Nur die Hälfte der Tiere hatte Papiere. Nichtabgesetzte Fohlen und trächtige Stuten hätten überhaupt nichttransportiert werden dürfen.“

Eine erste Sichtung der Tiere zeigt, dass mehr als 80 Fohlen unter den Ponys sind, die teilweise noch gar nicht abgesetzt und zum großen Teil ohne Mütter sind. Alle Tiere sind jetzt durch Amtstierärzte und durch vom Tierschutzbund gestellte Ärzte untersucht, therapiert und erstmals geimpft. Tierärzte und Pflegepersonal stehen ständig zur Verfügung.

Auch als die Ponys noch auf der Wiese in der Nähe von Roth untergebracht waren, war der Tierschutzbund Bayern ständig vor Ort – mit seinen Tierschutzvereinen Roth (Vorsitzender ist Vizepräsident Dr. Ulrich Pfeiffer, selbst Fachtierarzt für Tierschutz) und Feucht (1. Vorsitzender Herbert Sauerer und 2. Vorsitzender Guido Rauschning). Sie halfen nicht nur – auch über die von ihnen eingesetzten Fachtierärzte für Pferde – bei der Betreuung und dann auch beim Verladen der Tiere, sondern besorgten auch potentielle Unterbringungsmöglichkeiten und lieferten regelmäßig aktuelle Berichte an das Präsidium.

Der Tierschutzbund Bayern und sein Dachverband, der Deutsche Tierschutzbund, kommen seit Freitag für alle Kosten auf. Berthold Merkel: „Gegenüber den bayerischen Behörden haben wir uns verpflichtet, dass

  • die Tiere in Bayern untergebracht werden,
  • die Tiere art- und tierschutzgerecht versorgt und verpflegt werden,
  • die Tiere nur zur Verwahrung aufgenommen werden und eine anderweitigen
  • pfleglichen Unterbringung i. S. des § 16 a TierSchG gesichert ist,
  • für die Tiere eine tierärztliche Versorgung gewährleistet ist.“

Bereits zu Beginn der Woche hatten sich Wolfgang Apel und Berthold Merkel an die zuständigen Minister in Berlin und München, Horst Seehofer und Werner Schnappauf, gewandt und gefordert, dass die Tiere in Bayern bleiben können; dabei war auch die Kostenübernahme durch den Tierschutzbund angeboten worden. Nach anfänglicher Weigerung - die Tiere sollten den Veterinärbehörden in den Niederlanden übergeben werden – waren die Behörden dann schließlich bereit, unsere Angebote ernst zu nehmen.

Berthold Merkel: „Wir möchten uns für die Hilfe der Veterinärämter in Roth und Garmisch-Partenkirchen ganz herzlich bedanken und auch dem Rother Landrat Herbert Eckstein für seine mutige Entscheidung danken, die Tiere in Bayern zu lassen. Die hätten sich das Ganze einfacher machen und die Tiere an die zuständigen Stellen in den Niederlanden übergeben können. Sie haben Herz gezeigt. Dafür danken wir Ihnen – auch im Namen der Ponys.“

Noch sind die Ponys nicht in den Besitz des Tierschutzbundes übergegangen. Weder die Besitzverhältnisse (Klärung der Eigentumsrechte) noch die Herkunft der Tiere (deshalb die Quarantäne) sind geklärt. Berthold Merkel: „Wir werden die nächsten Wochen zur Klärung dieser  Fragen nutzen. Wir sind sicher, dass wir den Verbleib der Ponys in Bayern dauerhaft sicherstellen.“

Die Untersuchungsergebnisse des vor wenigen Tagen gestorbenen Ponys werden erst nächste Woche vorliegen. Ein Zwischenbericht zeigt jedoch, dass die vermutliche Ursache Entkräftung in Verbindung mit
Erkältungskrankheiten waren.

„Wir brauchen jetzt die die Unterstützung, die uns von allen Seiten angeboten wurde, weil wir natürlich erhebliche Verpflichtungen eingegangen sind“, bittet Präsident Berthold Merkel im Namen des Tierschutzbundes Bayern. Spenden werden erbeten auf das Konto des Tierheims Feucht bei der HypoVereinsbank Nürnberg, BLZ 760 200 70, Kto-Nr. 52 07 630, Stichwort „Ponyrettung“. 

 

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Letzte Aktualisierung ( Monday, 10. September 2007 )