Eine wunderbare wahre Geschichte?
Wednesday, 30. January 2008
Als Mutter Erde das jüngste Kind von ihr und Vater Sonne gebar, kamen alle
älteren Kinder ans Kinderbett, um ihr neues Geschwisterchen zu begrüssen und
zu bewundern. "Es heisst Mensch", flüstert die Mutter Erde ihren Kindern zu.
"Es wird einst ein Paradies für uns alle da sein, doch bis dahin wird es
noch viel lernen müssen und es wird uns allen viele Veränderungen bescheren.
Damit es wachsen kann braucht es unsere und auch eure Hilfe."
Die Kinder der Erde waren ganz hingerissen von diesem neuen Wesen und alle,
die sie hier versammelt waren, boten dem Kind feierlich ihre ganz besonderen
Kräfte an und stellten sich als Lehrer und Vorbilder zur Verfügung. Der Fels
sprach: "Ich werde dem Kind Halt und Boden geben, es soll auf mir leben und
in mir Schutz und Wohnung finden. Ich werde es nach und nach ins Geheimnis
der Struktur und Form einweihen und es lehren, stabil und standfest zu
werden." Der Baum sprach: "Ich werde es lehren, die Schöpfungskraft der Erde
und des Himmels zu vereinen und werde ihm mit meinem Holz und meinen
Früchten zum leiblichen Wohl dienen." Der Büffel sprach: "Ich werde es mit
meinem Körper ernähren und ihm Kraft und Wärme spenden, damit es wachsen und
gedeihen kann." Der Adler öffnete seine mächtigen Flügel und sprach: "Ich
werde seinen Blick weit oben ins Licht tragen, damit es Vater Sonne ins
Angesicht schauen kann und sich zu seinem Ebenbild entwickelt."
So kam ein Lebewesen nach dem anderen und sie alle boten dem Kind ihre Hilfe
und ihr Wissen an, denn sie alle liebten es. Ganz am Schluss kam der alte
Wolf. Er blickte das noch kleine Geschöpf lange an und sprach: "Ich werde
ihm ein Führer sein, werde ihm zeigen, wie es sich im Leben behaupten muss
und wie es seinem Schicksalsplan weise folgen kann. Doch meine Lehre wird es
erst in vielen Daseinsjahren annehmen können, bis dahin braucht es erst
einen Freund, der ihm hilft, ihn tröstet, der es schützt und ihm die Liebe
zu sich selber lehrt."
Damit drehte er sich um und schaute lange stumm in sein Rudel. Er befahl
einen verspielten, lebhaften jungen Wolf zu sich und sprach: "Du mein
jüngster Sohn wirst die Aufgabe erhalten, diesem jüngsten Kind unserer
grossen Mutter Erde als treuer Freund zur Seite zu stehen. Begleite es treu
und pass auf es auf. Es wird uns allen mit seiner Neugierde und
Aufgewecktheit viel Ärger machen und es wird sich häufig selbst sehr weh
tun. Dann, mein Sohn musst du es an sein Gutsein und Richtigsein erinnern,
du musst ihm zeigen, dass wir, die älteren Geschwister, es immer lieben und
uns freuen über sein Wachstum." Der junge Wolf schaute seinen Vater ernst an
und nickte: "Das will ich tun Vater." Dann drehte er sich um und schaute auf
das Menschenkind. Seine Augen wurden ganz sanft und weich und seine Rute
wedelte kaum merklich. Die Mutter Erde flüsterte ihm ganz sanft zu: "Nun
kleiner Wolf, wirst du ewig im Bann des Menschen bleiben und dein Volk
verlassen. Du bist nun nicht mehr ein Wolf, ab heute sollst du Hund genannt
werden, was soviel bedeutet wie: "Der die wahre Freundschaft lehrt."
Der Hund legte sich glücklich neben das Bett des Menschen nieder und seufzte
tief. Diesen Platz hat er bis heute nicht verlassen.
 
Verfasser leider unbekannt