Josch im neuen Zuhause
Monday, 18. August 2003

Josch im neuen Zuhause

 

 Josch

Hallo - ich bin Josch. Ein Samojede. Wem dies nichts sagen sollte, meine Hunderasse zog die Schlitten bei der ersten Arktis Expedition!
Somit zähle ich zu den °nordischen Hunden°.
Mittlerweile bin ich nun schon fast sieben Jahre alt und habe in meinem Leben einiges durchmachen müssen.

Bis zum Frühjahr 2003 lebte ich mit meinen Rudel (fünf Hunde) in einer Wohnung. Dort wurden wir von ein paar Tierschützern weggeholt und ich kam ins Tierheim.
Sehr begeistert war ich natürlich nicht darüber, einfach für mich grundlos °in den Knast° zu kommen.
aber nach ein paar Wochen gewöhnte ich mich daran. Auch dort wurde ich Gassi geführt - bekam was zu fressen und Leute kümmerten sich um mich.

Dann kam der 27.Juli 2003.
Zwei fremde Männer und die eine Frau, dich ich schon länger kannte, besuchten mich in meiner °Zelle°. Da ich ja meistens ein braver Hund bin, gab ich gleich Pfote und legte mich auch auf den Rücken um mich streicheln zu lassen.
Kurz darauf wurde ich angeleint und ein ganzes Rudel Menschen nahm mich mit zum Gassi gehen.
Nach dem Gassi gehen allerdings wurde ich nicht zurück in mein °kleines Reich° gebracht, sondern musste eine ganze Zeit im Vorraum des Tierheims warten. Danach gingen die Menschen mit mir zu einem Auto, wo ich in den Kofferraum durfte, der sehr intensiv nach anderen Hunden roch.
Die Fahrt endete eine halbe Stunde später an einem Haus, dessen Garten auch nach mehreren Hunden roch.

Ich wurde einen Weg entlang zu einem Türchen geführ, das bis auf fast zwei Meter mit einem Drahtzaun aufgestockt worden war. Dahinter lag ein schöner großer Garten, in den mich ein Rüde aus dem Menschenrudel an der Leine hinein führte.
Es dauerte nicht lange, bis das Türchen wieder aufging und ein anderer Mensch mit einem Hund an der Leine in den Garten kam.
Diesen Hund führte er auf mich zu. Nach einem kurzen beschnuppern wurden wir von der Leine gelassen.
Obwohl der andere Rüde jünger war wie ich und auch schon kastriert, markierte es sofort den Chef. Da ich es aber nicht nötig hatte, hier gleich einen Aufstand zu bauen, ordnete ich mich vorsichtshalber erst mal unter.
Die ganze Nacht musste ich dann alleine in einem geräumigen Zwinger bleiben, wobei ich durch ein vergittertes Fenster die beiden anderen Hunde riechen konnte. Ach ja ... die Hundedame, dich auch noch dort wohnte, hätte ich jetzt fast vergessen.

Den ganzen nächsten Tag brachte ich damit zu, auf gesittete Art und Weise mit dem anderen Rüden auszumachen, wer den nun das Sagen im Rudel hatte.
Manchmal war er zwar etwas stürmisch und auch sehr direkt, aber damit kam ich schon klar.
Abends kam dann auch noch Besuch aus dem Tierheim. Ich hatte schon fast befürchtet, die würden mich wieder mitnehmen, aber da mein neues Herrchen den Besuch mal richtig angeknurrt hatte, durfte ich doch bleiben.
Abends kam dann das neue Herrchen und wollte mich bürsten. Aber nicht mit mir! Sofort knurrte ich ihn an und zeigte meine Zähne.
In der zweiten Nacht war dann das Gitter zu den anderen beiden Hunden offen, so dass ich nicht mehr alleine war. Doch das ganze war mir schon etwas unheimlich. Direkt vom Zwinger aus gab es ein Loch in der Mauer durch das die beiden in ein Zimmer im Keller gehen konnten. Für mich war der Auf- und Abgang aber viel zu steil. Ich bin doch keine Bergziege!

So ... langer Rede - kurzer Sinn.
Ich fühle mich auf jeden Fall sehr wohl in meinem neuen Zuhause. Den ganzen Tag kann ich in den großen Garten mit den anderen beiden großen Hunden. Am Abend, wenn die Temperaturen für mich angenehmer sind, kommt immer das Herrchen und geht mit uns dreien entweder lange spazieren oder er schnallt sich Räder unter seine Pfoten und dann gehen wir ganz schön lange Strecken laufen.

Ab und zu kommen am Abend auch noch die drei kleinen Hunde zu uns großen in den Garten. Mit den zwei Welpen kann ich zwar noch nicht so viel anfangen, aber das braune Fellknäul, dass schon etwas älter ist, die spielt mein Lieblingsspiel mit mir - ziehen und zerren an einer alten Decke oder einer alten Socke ...

Was hab ich den verbrochen, dass man mir so was antun mußte?
Vor ein paar Tagen durfte ich mit Leon, Herrchen und Frauchen auto fahren. Die Fahrt endete an einem Haus, dass ich noch nicht kannte. Aber es roch verdächtig nach Tierarzt.
Im Wartezimmer hielt mich das Herrchen fest und die Frau Doktor wollte mir eine Spritze geben. So geht das aber nicht. Ich bin ja am Anfang des Jahres erst geimpft worden. Also wehrte ich mich gegen diese Behandlung. Naja - vielleicht übertrieb ich die Sache auch etwas. Auf jeden Fall bekam ich keine Spritze.

Vor 2 Tagen kam dann das Herrchen in der Früh und gab mir eine Scheibe Wurst, die irgendwie sehr seltsam schmeckte.
Nach ein paar Minuten wurde mir irgendwie schwummerig und ich konnte auch nicht mehr gerade Laufen. Nun nahm mich das Herrchen an die Leine und wir fuhren wieder zur Tierärztin. Dort band diese mir erst mal die Schnautze zu. Ich hätte das letzte mal vielleicht doch nicht nach ihr schnappen sollen.
Jetzt bekam ich aber die Spritze, um die ich mich vorher erfolgreich gedrückt hatte. Danach schlief ich sofort ein.

Als ich wieder erwachte, hatten die etwas mit mir gemacht. Die entzündete Talgdrüse in meiner Flanke war nicht mehr da und auch denke ich, das mir zwischen den Hinterläufen etwas fehlt. Dort juckt und zieht es auch ganz schön. Die werden mich doch nicht kastriert haben?
Fast zwei Tage hab ich jetzt gebraucht um wieder völlig fit und nicht ständig so benebelt zu sein. Aber das Herrchen kam in der Zeit so oft und hat mich gekrault und mit mir geschmust. Nur von Tara und Leon wurde ich fern gehalten. Vielleicht lag das daran, dass ich die ganze Zeit so benebelt war.
Auf jeden Fall bin ich nun wieder fit - obwohl es an einer gewissen Stelle immer noch zieht und etwas weh tut. Aber das geht bestimmt auch wieder vorbei. Nun will ich nur noch von ein paar Schandtaten erzählen, die ich in den letzten Wochen gemacht habe ...

Diebstähle und die Folgen ...

Das Herrchen kam zu uns in den Garten mit lauter seltsamen Zeugs in der Hand. In der Zeit, die er brauchte, untersuchte ich das Zeigs erst mal etwas genauer. Da war ein längliches Päckchen dabei, dass herrlich duftete. Natürlich schnappte ich es mir und trug es davon.
Sehr gefallen hat das meinem Herrchen aber nicht. Er fing sofort an mit mir zu schimpfen - aber ich gab das Päckchen nicht wieder her und knurrte ihn sogar recht böse an.
Wütend ging das Herrchen davon. Aber er kam mit einem leckeren Hundekuchen zurück, den er mir unter die Nase hielt. Just in dem Moment, als ich den Hundekuchen beschnupperte, riß mir das Herrchen das Päckchen aus den Pfoten. Ich knurrte zwar noch mal recht böse, aber ich hatte ja einen Hundekuchen erhalten.

Das nächste, was mir zwischen die Zähne kam, war ein Schuh vom Herrchen.
Den wollte ich nun aber auf gar keinen Fall mehr hergeben. Ich knurrte und schnappte sogar nach dem Herrchen, als er mir den Schuh wieder abnehmen wollte.
Das hätte ich vielleicht nicht machen sollen.
Das Herrchen kam nämlich nun mit den Gartenschlauch zurück. Mit dem Wasserstrahl trieb er mich erst quer durch den Garten bis in den Zwinger, wo ich mich mit meiner Beute bequem auf die Matratze legte.
Doch Herrchen kam mit den Schlauch sogar in den Zwinger. Der wollte wohl nicht hier herin auch noch mit Wasser spritzen?
Das Herrchen versuchte es nun noch mehrmals mit mir im guten. Doch ich knurrte ihn immer nur an. Das war dann zuviel des guten. Er drehte den Schlauch auf und duschte mich von allen Seiten.
Im Zwinger konnte ich ja nicht davon rennen, wie im Garten. Also ließ ich lieber den Schuh los und verzog mich in meine Box.
Herrchen nahm seinen Schuh und kurze zeit später war schon wieder alles in Ordnung. ich ging zu ihm hin und gab ihm die Pfote - er nahm sie an. Damit war die Sache schon erledigt.

Warum ich als letzter?

Jeden morgen immer das selbe.
Das Herrchen kommt zu uns drei Hunden ins Zimmer, macht das Licht an, begrüßt uns ausgiebigmacht und holt die leeren Fressnäpfe. Natürlich will ich ja zeigen wie viel Hunger ich habe und lieber eine doppelte Portion will. Aber kaum dass ich mit dem Bellen anfange, geht die Tür auf und ich bekomme einen Spritzer Wasser auf die Nase. Also sowas auch. Naja - auf der einen Seite kann ich schon verstehen, dass man früh um 5 Uhr nicht solch einen Radau machen sollte - aber ich hab HUNGER!
Vielleicht sollte ich mein Herrchen doch mal dazu überreden, mir früh und Abends was zum Fressen zu geben.

 

Das ganze läuft jeden Tag so ab : Herrchen kommt mit den vollen Fressnäßfen zur Tür rein und teilt diese im Zimmer aus. Zuerst darf dann Tara an ihren Napf, dann Leon und ich armer Kerl muss mich immer bis zum Schluß gedulden. Die Reihenfolge versteh ich sowieso nicht. Ich könnte ja verstehen, wenn Leon zuerst fressen dürfte, da er nach dem Herrchen das Sagen im Rudel hat. Aber das mir diese hochnäsige Hündin auch noch vorgezogen wird, dass ist echt eine Frechheit.
Da fällt mir ein - was frisst den überhaupt das Herrchen? Den hab ich noch nie was fressen sehen ...

Anmerkung des "ehemaligen" Herrchens ... Josch ist der einzige Hund, der vor einem sitzt, die Zähne fletscht und dabei Pfote gibt ...